1985/86 - 1. Liga

DIE SCHLUSSRANGLISTE 1. Liga, Gruppe 1

01. Herisau
02. St. Moritz
03. Urdorf
04. Weinfelden
05. EIE
06. Küsnacht
07. Uzwil
08. Wil
09. Schaffhausen
10. Mittelrheintal
11. Seewen
12. Ascona

 

DAS KADER

Name Vorname Jahrgang Vermerk
Gaw Peter 1952 neu von Ascona
Paterlini Pierre 1955 neu von Kloten
Raimann Werner 1959 neu von Rapperswil/Jona
Nyffeler Michael 1960
Schneller Reto 1960 neu von Meyrin/GE
Wiederkehr Peter 1960
Wieser Dieter 1960
Bouvard Gérard 1961
Saladin Stanley 1961
Züger Fritz 1961
Wittwer Urs 1962 neu von Rapperswil/Jona
Bouvard André 1963
Walder Max 1963
Däscher Marco 1964 neu von Arosa
Kuhn Roger 1965 zurück von Herisau
Pfister Werner 1965
Ulber Stefan 1965
Züger Reto 1966
Kellenberger Christian 1967
Ruedisuehli Alex 1967
Bachofner Reto 1968
Braunschweiler Urs 1968
Pfister Peter 1968
Vogel Roman 1968

Der Trainer : Hans Wittwer

DIE GEGNER

Ascona
Herisau
Küsnacht
Mittelrheintal
Schaffhausen
Seewen
St. Moritz
Urdorf
Uzwil
Weinfelden
Wil

DIE RESULTATE

Datum Partie Resultat Vermerk
19.10.85 Ascona - EIE 4 : 2 MS
26.10.85 St. Moritz - EIE 1 : 5 MS
02.11.85 EIE - Wil 3 : 2 MS
05.11.85 Schaffhausen - EIE kein Resultat MS / wurde wegen starken Regenfällen verschoben
09.11.85 EIE - Herisau 4 : 3 MS
12.11.85 Schaffhausen - EIE 3 : 5 MS / Nachtragsspiel vom 05.11.
16.11.85 Urdorf - EIE 3 : 3 MS
19.11.85 EIE - Weinfelden 5 : 5 MS
23.11.85 Küsnacht - EIE 4 : 3 MS
30.11.85 EIE - Uzwil 4 : 2 MS
03.12.85 Mittelrheintal - EIE 7 : 2 MS
07.12.85 EIE - Seewen 7 : 2 MS / Giorgio Giacomelli kommt von Genf-Servette NLB zurück
14.12.85 EIE - Ascona 13 : 3 MS
21.12.85 EIE - St. Moritz 4 : 5 MS
04.01.86 Wil - EIE 5 : 7 MS
07.01.86 EIE - Schaffhausen 3 : 2 MS
11.01.86 Herisau - EIE 4 : 2 MS
18.01.86 EIE - Urdorf 3 : 5 MS
22.01.86 Weinfelden - EIE 4 : 6 MS
25.01.86 EIE - Küsnacht 3 : 2 MS
01.02.86 Uzwil - EIE 4 : 3 MS
08.02.86 EIE - Mittelrheintal 9 : 7 MS
15.02.86 Seewen - EIE 2 : 14 MS

 

Sonstiges

Kiebitz vom 10. Oktober 1985

Hockeysaisonauftakt mit neuem Cup

SBG-Cup statt "Bahnhöflicup"

hmi. Der "Bahnhöflipokal" ist tot - es lebe der SBG-Cup. Unter diesem Motto könnte wohl heuer der Eishockey-Saisonauftakt im heimischen Eselriet-Stadion für den EIE lauten.

Denn es steht fest, dass inskünftig nicht mehr der "Bahnhöflicupwettbewerb" die ersten Eishockeyspiele für Effretikon bringt. Der von Kurt Linder (Effretikon) gestiftete Pokal hat nur neun Austragungen überlebt und ging nach dem letztjährigen dritten Sieg in Serie des EIE endgültig in den Besitz der Einheimischen.
Erinnern wir uns kurz an diesen Pokal, der in den letzten Jahren jeweils Höchstspannung brachte und kaum etwas für Zuschauer ohne Nerven war. 1976/77 erlebte der Bahnhöflipokal seine Premiere, wurde vom EIE gewonnen, der ein Jahr später diesen Erfolg nochmals bestätigen konnte.
Dann aber wurde er stets die Beute einer Gastmannschaft, bis im Jahre 1982/83 der EHC Illnau-Effretikon dank einem 7:5 Sieg über Uzwil sich den Pokal wieder einmal sichern konnte.
Das Teilnehmerfeld konnte sich sehen lassen, war doch meist ein Verein dabei, den man zu den potentiellen B-Aufsteigern zählte. So auch, als der EHC Basel oder HC Ajoie nach Effretikon kamen.
Ein erstes Hitchkockfinale erlebte die Zuschauer, als 1983/84 dem späteren B-Aufsteiger EHC Basel sicher schien. Diese führten drei Minuten vor Schluss mit 5:2 Toren, der EIE aber glich noch aus und gewann gar das anschliessende Penaltyschiessen 2:1, nachdem der Profi Jim Koleff (heute SC Aarau), mit dem letzten entscheidenden Schuss an Hüter Nyffeler scheiterte.
Oder etwa ein Jahr später, als wiederum ein unentschiedener Spielstand gegen Ajoie zum erneuten Penaltyschiessen führte und welches der EIE wiederum 2:1 gewann ! Dies war der dritte Sieg der Einheimischen hintereinander, damit blieb der "Bahnhöflipokal" endgültig im Besitze des EIE - der Pokal wanderte zur letzten Reise in den Trophäen-Kasten.

Auf der Suche nach einem neuen Pokalspender, fand der EIE nun die Schweizerische Bankgesellschaft (Winterthur), die den neuen Pokal sponsert. So wird inskünftig die Saison in Effretikon mit der Ausrichtung des SBG-Cup beginnen.
Gleich im ersten Jahr nun standen die Verantwortlichen beim EIE vor einem grösseren Problem. Ursprünglich sagte der Schlittschuhclub Herisau, wie auch der SC Aarau und HC Sion zu, doch dann kam plötzlich die Absage der Appenzeller. Innert kürzerster Frist versuchte der EIE noch eine zusätzliche attraktive Mannschaft zu verpflichten, doch im Hinblick auf den Meisterschaftsstart waren bereits alle Vereine mit ihren Terminen ausgebucht.

So kommt es, dass als Novum gerade bei der ersten Austragung des SBG-Cup lediglich drei Vereine antreten. Bereits am Freitagabend um 20 Uhr steht der EIE dem SC Aarau gegenüber, am Samstag dann um die gleiche Zeit messen sich der HC Sion und der Schlittschuhclub Aarau und am Sonntagnachmittag um 17 Uhr spielt der EIE noch gegen den von Lorenz Ehrensperger trainierte HC Sion.

HC Sion und SC Aarau
Wer sind die Gäste ?

(hmi) Jeder der drei 1. Liga-Eishockey-Meisterschaftsgruppen ist in Effretikon vertreten. Während der HC Sion in der Westgruppe um Punkte spielt, geht der Schlittschuhclub Aarau in der Zentralgruppe unter den Favoriten an den Start und den EIE zählen einige zu den Anwärtern auf einen der vorderen Spitzenplätze in der Ostgruppe.
HC Sion : Auf Beginn dieser Saison hat Lorenz Ehrensperger den Walliser 1. Ligisten als Trainer übernommen, nachdem er zuvor zwei Jahre lang beim EIE als vollamtlicher Nachwuchstrainer engagiert war.
Die Voraussetzungen an seinem neuen Arbeitsort waren alles ander als rosig. Der HC Sion ist zur Zeit im Umbruch, zahlreiche Vorstandsmitglieder demissionerten. Lorenz Ehrensperger muss versuchen, den Ligaerhalt in der Westgruppe zu sichern und möchte slebst einen Mittelfeldplatz als Saisonziel avisieren.
SC Aarau : Anders die Situation beim Schlittschuhclub Aarau, hat man doch den Prof Jim Koleff (ex Olten/-Basel) verplichten können, einen Spieler, der nun erneut in der 1. Liga gross aufspielen soll.
Mit Spielertrainer Milan Mrukvia verfügen die Aargauer über einen ausgewiesenen Trainer, zudem stecken im Team einige höchst gefährliche Spieler.
Dies erfuhr der EHC Illnau-Effretikon vor einigen Tagen, als die Zürcher beim SC Aarau gleich mit 0:7 verloren und dabei im letzten Drittel erst einbrachen. Neben dem EHC Bülach und EHC Grindelwald zählt der SC Aarau zum meistgenannten Favoriten der Zentralgruppe.
Es wird sich zeigen, ob der erste SBG-Cup in diesem Jahr wiederum so spannenden Eishockeysport bringen wird. Für alle drei Mannschaften also die letzte grosse Hauptprobe für die in einer Woche beginnende 1. Liga Eishockey-Meisterschaft 1985/86

 

Kiebitz vom 17 Oktober 1985

Der EIE mit Blick auf die Saison 1985/86
Zeit voller Fragezeichen

(hmi) Wie stark ist das Teilnehmerfeld der Ostgruppe in der kommenden Samstag, 19. Oktober beginnenden 1. Liga Eishockey-Meisterschaft 1985/86 ? Haben sich die vielen Neuzuzüge beim EIE bereits zu einer schlagkräftigen Truppe formiert ? Konnten sich die eigenen jungen Nachwuchsspieler einen Stammplatz im Kader der ersten Mannschaft erobern und vermögen sich diese in der doch rauen 1. Liga auch zu behaupten ?

Vermag der 33-jährige kanadische Profispieler Peter Gaw (ex Spielertrainer HC Ascona), die in ihn gesteckten Hoffnungen und Erwartungen zu erfüllen ? Hat der EIE unter Trainer Hans Wittwer im Sommer richtig trainiert ? Kann sich das Team vom Eselriet gegenüber den letzten Testspielen noch steigern ? Verfügen die Zürcher Oberländer später über die nötigen Reserven, die lange, 22 Spiele umfassende Meisterschaft erfolgreich zu bestreiten ? Wird der EHC Illnau-Effretikon bei Meisterschaftsschluss besser klassiert sein als in der Vorsaison auf dem fünften Schlussrang ? Erfüllt der Club das gesteckte Saisonziel : Rang unter den stersten fünf Mannschaften ? Gelingt es dem in diesem Jahr gegründeten EIE-Fan-Club, die Begeisterung unter der Bevölkerung von Illnau-Effretikon für den Hockeysport so zu fördern, dass endlich mehr Zuschauer ins Sportzentrum Eselriet zu den Heimspielen kommen ?
Fragen über Fragen, die sich wohl in den kommenden Wochen automatisch selbst beantworten werden. Bereits aber heute steht fest, dass es für den EIE zu einer schweren Saison kommen wird.
Schon das Startprogramm hat es wahrscheinlich in sich. Der Ausgang der beiden ersten Spiele - und dies gleich zwei Auswärtsbegegnungen in Ascona und St. Moritz - könnten eine Auswirkung auf die weiteren Punktekämpfe des EIE haben. Stark verändert zeigt sich erst das EIE-Kader für die neue Saison. Von der Papierform her gesehen, müsste das 85-er Team gegenüber letztem Jahr wesentlich stärker sein. So sind mit Peter Gaw (ex Ascona), Pierre Paterlini (Kloten), Werner Raimann (Rapperswil/Jona), Marco Däscher (Arosa), Reto Schneller (Chur) und Urs Wittwer (Rapperswil/Jona) - dem Bruder von EIE-Trainer Hans Wittwer - nicht weniger als sechs neue Spieler zugestossen, die alle über Nationalliga-Erfahrung verfügen
Leicht verändert aber präsentierte sich auch das Sommertraining und die anschliessenden Testspiele. Im Sommer wurde bewusst dosiert trainiert und später auf dem Eis gegenüber dem letzten Winter, weniger Freundschaftsspiele ausgetragen. Die Folge zeigte sich aber auch : So brauchte das Team, nach gutem Start gegen die kanadische Studentenmannschaft Fort Gerry Blues, einige Spiele, um die nötige Harmonie und Geschlossenheit demonstrieren zu können - ein Ziel, dass die Spieler von Hans Wittwer aber nicht erreichten.
Dafür gab es verschiedene Gründe. Problematisch verliefen einige Testspiele weil Spieler wie Urs Witter (Schulter), Werner Raimann (Bänder), Werner Pfister (Hirnerschütterung) wegen Verletzungen ausfielen. Zudem wurden einige Akteure mitten in der entscheidenen Trainingsphase zum Militärdienst einberufen und konnten so nicht die üblichen Leistungen erbringen.
Man hoffe nun, dass die erste Mannschaft sich im laufe der kommenden Meisterschaftsspiele nochmals entscheidend zu steigern vermag und bereits am SBG-Cup zeigten sich die meisten Spieler in ansteigender Form und besserer Verfassung.

Zeigen wird sich auch, ob es eigenen Nachwuchsspielern gelingen wird, sich einen Stammplatz in der 1. Mannschaft zu sichern. Ein Spruing, der Jahr für Jahr für die jungen EIE-Spieler schwieriger wird. Reto Züger und Urs Braunschweiler (ehemaliges Mitglied der Schweiz. Novizen Nationalmannschaft), sollten den Sprung ins Team schaffen, vorausgesetzt, dass sie so weiterarbeiten wie bisher.

Ein grosses - und vielleicht das ehrgeizigste, weil wichtigste, Saisonziel aber strebt der EIE mit der Juniorenmannschaft an, wo versucht werden soll, dass die jungen Nachwuchsspieler wieder den Sprung in die Elite-Klasse schaffen. Denn beim EIE hat man unlängst erkannt, dass eine gute Nachwuchsabteilung auch der Schlüssel zu späteren Erfolgen der ersten Mannschaft sein kann. Anlässlich des Kantonalcup in Bülach bewiesen die Oberländer, vorallem gegen den eben aus einem Trainingslager zurückgekehrten EHC Urdorf, dass man weit weg von der normalen Form sich befand.

Inzwischen hat der EIE selbst ein viertägiges Trainingslager in Arosa absolviert und die Fortschritte waren in den weiteren Spielen klar und deutlich zu erkennen. Zweckpessimismus, oder echte eigene Unsicherheit beim EIE vor Meisterschaftsstart ? Zweckpessimismus vielleicht, wenn man bedenkt, dass der Verein in den letzten sechs Jahren dreimal die Finanrundenspiele für den Aufstieg in die B-Liga erreichte - eigene Unsicherheit aber, wenn man sich noch daran erinnert, wie die letztjährige Formation sich von Spiel zu Spiel äusseerst schwer tat und letztendlich den fünften Schlussrang erreichte.

Am Samstag nun muss der EHC Illnau-Effretikon klar Farbe bekennen - die Punktejagd ist eröffnet, es wird sich zeigen, wo die Spieler mit ihrem Trainer nach 22 Begegnungen stehen werden.

aus den Club-Nachrichten Nr. 23 / 12.1985

Das Spiel des Jahres 1986 in Effretikon :

EHC Kloten - Spartak Moskau

2. Januar 1986 um 15 Uhr

hmi. Am 2. Januar 1984 herrschte auf der Kunsteisbahn Eselriet in Effretikon Hochstimmung, denn über 3000 Zuschauer wollten damals den neuen Spenglercupsieger Dynamo Moskau gegen den verstärkten EHC Arosa in Aktion sehen. Auf den Tag genau, zwei Jahre später, steht ein weiterer sportlicher Leckerbissen bevor, denn mit Spartak Moskau gastiert bereits die zweite Mannschaft aus der UdSSR in Effretikon; diesmal stellt sich mit dem EHC Kloten ein in unserer Region geschätzter Verein der Nationalliga A als Gegner.
Die Russen werden sicher wieder mit einem attraktiven Team nach Davos - und Effretikon - reisen, 1981 und 1982 gewann Spartak Moskau den Spenglercup und dürfte auch heuer zu den Favoriten zählen. Die vom Tschechen Pavel Volek geführten Flieger müssen also mit einem harten Kampf rechnen. Ein sportliches Grossereignis steht in Effretikon bevor. Eishockeyfreunde, die den Spielen in Davos nicht live beiwohnen können, sollten sich also diese Chance nicht entgehen lassen.

Ohne Seife und Badetücher

Donnerstag, 2. Januar 1986. - Berchtoldstag : um 15 Uhr wird auf der Kunsteisbahn Eselriet in Effretikon ein grosser Gast erwartet : Spartak Moskau, neuer Spenglercup-Sieger, wird ein Freundschaftsspiel gegen den EHC Kloten austragen.

Kurz nach 13 Uhr treffen beide Mannschaften ein; die Russen werden ehrfürchtig bestaunt. Sie verkörpern Eishockey - Eishockeysport der hohen Schule - der Perfektion.
Die ersten Zuschauer marschieren auf; über Nacht hat es noch stark geschneit - im Laufe des Morgens verziehen sich die Wolken - Sonne bricht durch - das Wetterglück ist komplett. Trotzdem vermag die Partie nur knapp 1500 Zuschauer zu mobilisieren. Was muss ein Verein noch aufbieten, um die desinteressierten Effretiker aufzurütteln, sie aus ihren Wohnungen zu locken ? Komfort ? Man sitzt halt lieber zuhause vor dem Fernsehappart.

Jene die den Weg ins Stadion nicht scheuten, bekamen jedenfalls etwas geboten. Ein frech aufspielender EHC Kloten brachte die Russen im ersten Drittel kurz in Verlegenheit, musste sich aber letztlendlich 3 : 7 geschlagen geben. Kloten aber überraschte mit dem frischen Spiel - zeigte den Zuschauern guten Eishockey, der aber ob der Darbietung des Russen noch um einiges überboten wurde.

Aufregung im Mitteldrtittel : Spartak Dolmetscher diskutierte mit EIE-Präsident Peter Meier. Kopfschütteln ! Was war geschehen ? Spenglercup-Sieger Spartak Moskau hatte keine Seife und Badetücher. In Davos habe man das jeweils von Hotel "entlehnt". Also machte sich Peter Meier auf die Suche nach den fraglichen Utensilien. Zur Beruhigung : die Russen haben Effretikon geduscht verlassen