...und vielleicht ein nachträgliches Geburtstaggeschenk durch die EIE-Spieler an ihren Trainer

Erst waren es noch Vier. Das Quartett der Ungeschlagenen ist am vergangenen Wochenende um einen Namen reduziert worden. Zug. Die Zuger gehörten mit Dürten, Luzern und dem EHC Illnau-Effretikon (EIE) zum Quartett jener Mannschaften, welche die ersten drei Runden ohne Niederlage überstanden. Jetzt sind es noch drei Vereine: Und samstags messen sich mit Luzern und dem EIE der aktuelle Tabellenführer und die drittrangierte Mannschaft aus dem Zürcher Oberland. Der höchst pikante Spitzenkampf steigt samstags im Regionalen Eiszentrum in Luzern um 17:30 Uhr.

Bericht: Heinz Minder, Illnau

Zuletzt bezwang Illnau-Effretikon den EV Zug 2 klar mit 6:1. Die Zürcher Oberländer sind gerüstet für den Spitzenkampf gegen Luzern. Luzern gegen den EIE (oder umgekehrt). Es sind die Spiele mit Brisanz. Es sind die Duelle, in denen sich Illnau-Effretikon meist in Luzern sehr schwer tut. 2013/14: Der EIE verliert am 26. Oktober 2013 in Luzern gleich mit 2:6. Dafür gewinnen die Zürcher Oberländer ihr Heimspiel dann im Januar 2014 (knapp) mit 4:3. Der EIE beschliesst die Gruppenspiele jener Saison auf dem dritten Gruppenplatz. Luzern wird «nur» Sechster und kann beim damaligen Modus nicht bei den Play-Off Spielen antreten, weil pro Gruppe nur die vier Erstklassierten antreten dürfen. Luzern mit Ambitionen angetreten ist vorzeitig aus dem Rennen. Der EHC Illnau-Effretikon trifft im Viertels-Final der Playoff-Serie auf Herrschaft-Prättigau und scheidet mit 1:3 Siegen aus.

2014/15: Das Vorrundenspiel zwischen diesen beiden Vereinen wird in Effretikon abgehalten. Am 1. November 2014 verliert der EIE im Eselriet wieder knapp mit 4:5 (1:4, 3:0, 0:1). Auch im Rückrundenspiel – wieder in Luzern – verliert der EIE. Wieder, wie vor einem Jahr, klar: 7:3. Trotzdem. Der EHC Illnau-Effretikon landet nach den Gruppenspielen auf dem zweiten – Luzern auf dem vierten Rang. In den Playoffs ist die erste Runde Schluss für beide Mannschaften. Der EIE scheidet gegen Wallisellen in 3:0 – Luzern gegen Rheintal mit 1:3 Spielen aus.

2015/16: Auch vor zwei Jahren müssen die Innerschweizer zuerst beim EIE antreten und verlieren am 31. Oktober 2015 im Oberland mit 4:6. Der EHC Illnau-Effretikon kann auch in jener Saison in Luzern nicht gewinnen. Es setzt für die Mannschaft von Dieter Wieser mit 1:5 wieder eine schon fast obligate Niederlage ab. Der EIE wird hinter Dürnten Vikings Zweiter – Luzern Sechster. Im Playoff-Achtelfinal bleibt Illnau-Effretikon mit 2:3 Siegen an St. Moritz hängen. Auch die Luzerner kommen nicht weiter und scheiden gegen Uzwil ebenfalls mit 2:3 aus.

2016/17: Dieter Wieser überlegt sich, wie er den «Innerschweizer-Fluch» loswerden kann. Normalerweise fahren die EIE-Spieler mit ihren Privatautos nach Luzern. Der Verein spart sich die Kosten für spätere, längere Auswärtspartien. Mit dem Zug, mit dem Schiff, oder doch für einmal mit dem Car, nur sei es darum, die Vorbereitung für eine Auswärtspartie in Luzern mal anders zu gestalten? Am 8. Oktober 2016 muss Illnau-Effretikon zum ersten Spiel gegen Luzern in die Innerschweiz. Ein Novum kündet sich an. Nach dem Startdrittel liegt der EIE 2:0 in Vorsprung. Die Wende in einer langen Serie von Negativ-Resultate? Im Mitteldrittel und nach einer 3:0, und späteren 1:4 Führung kippt das Spiel plötzlich. Luzern führt zwischenzeitlich gar 5:4. Justin Wieser schafft den Ausgleich. Verlängerung. Bringt nichts. Penaltyschiessen. Thomas Korsch verwandelt. Der EHC Illnau-Effretikon schafft die Sensation und gewinnt seit langem wieder einmal in Luzern! Die Revanche folgt auf dem Fuss. Der EIE kann den Vorrundensieg im heimischen Eselriet nicht bestätigen und unterliegt am 10. Dezember 2016 mit 2:6. In der abschliessenden Playoff-Serie übersteht der EIE bekanntlich die erste Runde (Achtelfinal) über Wallisellen mit 3:1, doch die Innerschweizer – wieder mit Ambitionen in die Saison gestartet – bleiben gegen Kreuzlingen-Konstanz bereits in der ersten Runde mit 1:3 auf der Strecke.

2017/18. Diesmal soll für Luzern wieder einmal alles anders werden. Der Verein, der schon verschiedentlich den Namen vom EHC zum SC Luzern änderte und vielfach einen Neuanfang unternommen hat, hat sich auf diese Saison neue Offensivkraft verliehen. Höchst interessant ist der Blick auf die aktuelle Skorerliste der Gruppe 1: Auf den ersten sieben Positionen sind nur Spieler des EHC Illnau-Effretikon und Luzern vertreten. Momentan in Führung liegt Caro Fäh, mit 12 Punkten aus vier Partien (7 Tore/5 Assist), gefolgt von Jaromir Gogolka. Diesen Tschechen haben die Luzerner auf diese Saison neu verpflichtet. Der 28jährige spielte bislang in der dritthöchsten tschechischen Liga – bei HC Frydek-Mistek (abgesehen von seinem Kurzabstecher für elf Spiele zu Novj Jicin). Bei Frydek Mistek absolvierte Gogolka insgesamt 147 Partien und erzielte dabei 37 Tore (und 28 Assists). Mit elf-Punkten auf dem Konto (6 Tore/5 Assist) figuriert der Tscheche momentan auf dem zweiten Platz der Skorerliste hinter Fäh, direkt vor seinen Teamkollegen Reto Burkart (5 Tore/5 Assist) und Sandro Spinner (3/7) und dem EIE-Duo Michael Sommer und Thomas Korsch (beide je (3 Tore/6 Assist) und Raphael Vasanelli (2/7).

Luzern ist mit einem zweistelligen 12:1 Heimsieg über Chiasso in die Meisterschaft 2017/18 gestartet, blieb auch im ersten Auswärtsspiel bei Küsnacht mit 8:2 klarer Sieger, wie auch vor heimischem Publikum gegen Aufsteiger Seewen 2 mit 8:4. Und am letzten Wochenende schlug Luzern auch auswärts die Vertretung von Bellinzona 2 mit 4:2. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Partien zwischen diesen beiden Mannschaften sich meist ereignisreich abwickelten. Hochspannung in der Leuchtenstadt jedenfalls ist angesagt. Und wer weiss. Vielleicht machen die EIE-Spieler ihrem Trainer für dessen Geburtstag am Donnerstag noch nachträglich ein freudiges Geschenk.


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