EIE mit historischem Sieg – zur besten Vorrunde aller Zeiten

Mit der Auswärtspartie in der KEK gegen den heimischen SC Küsnacht beschloss der EHC Illnau-Effretikon (EIE) die Vorrunde der laufenden Zweitliga-Meisterschaft 2017/18. Der EIE gewann zwar hauchdünn. Mit 3:2 (0:0, 1:0, 2:2). Die Fetzen flogen in der Schlussphase. Illnau-Effretikon kassierte gleich zwei Ausschlüsse durch Tizian «Tiz» Müller, der nur sieben Sekunden(!) zwischen seinen zwei Zweiern auf dem Feld stand. Und zehn Sekunden vor Schluss kassierte Fabian Brockhage noch einen Ausschluss für angebliches «absichtliches Tor-Verschieben». Der EIE hatte Riesenglück ob des regeltechnischen Fehlers der Schiedsrichter – sieht das absichtliche Torverschieben in den letzten zwei Minuten doch einen Strafstoss (Penalty) vor.

Bericht: Heinz Minder, KEK Küsnacht

Der EHC Illnau-Effretikon (EIE) hat samstags in der KEK Küsnacht historisches geschafft. Noch nie hat eine EIE-Mannschaft in der 2. Liga-Meisterschaft eine so erfolgreiche erste Saisonhälfte absolviert. Die Truppe von Dieter Wieser/Urs Wegmann gewann von den ersten neun Partien deren acht und holte sich insgesamt 25 Punkte, liegt damit wie im Vorjahr hinter Tabellenführer Dürnten Vikings (5:3 Heimsieg über das bislang drittplatzierte Bassersdorf) auf dem ausgezeichneten zweiten Zwischenrang, nur einen Zähler hinter Dürnten. Vor einem Jahr beschloss der EIE die Gruppenspiele ebenfalls hinter Dürnten Vikings mit fünf Punkten Rückstand auf dem zweiten Schlussrang (18 Spiele/40 Punkte). Der EIE-Vorsprung auf das neu/wieder Drittrangierte Luzern beträgt nun sieben Punkte.

Was will man eigentlich mehr?

Allerdings konnten sich die EIE-Spieler im ersten Augenblick unmittelbar nach Spielschluss noch gar nicht richtig über die stolze Vorrundenbilanz freuen. Es herrschte noch dicke Luft in den Katakomben der KEK. Nur Dieter Wieser strahlte: «Was will man eigentlich noch mehr? Wir kamen heute zwar am Schluss noch ins Zittern, das 3:3 lag am Ende in der Luft. Wir haben die beste Vorrunde aller Zeiten hingelegt. Ich jedenfalls freue mich riesig», so der EIE-Headcoach.

Küsnacht fühle sich betrogen…

Das Spiel war eben erst abgepfiffen. Küsnacht fühlte sich am Ende betrogen durch die beiden Schiedsrichter Beat Mattli/Richard Lebeda, die nach Ansicht der Platzherren «den Heimklub von Anfang an benachteiligten» und Küsnacht in den letzten Sekunden mit einem regeltechnischen Fehler «betrogen». Die Unparteiischen hatten viel zu tun. In der Schlussphase bei 1:3 Spielstand schickten sie Tizian Müller wegen eines Haltens auf die Strafbank (57:38).

… und schaffte zwei Mal den Anschlusstreffer

Peter Jerrit gelang per Powerplaytreffer der wichtige 2:3 Anschluss (57:55). Müller kam von der Strafbank, stand sieben Sekunden auf dem Eis und wurde wegen einer Behinderung gleich nochmals hinausgeschickt (57:38). Eine Minute später stürmte Küsnacht-Keeper Wullschleger vom Feld. Mit zwei Mann mehr schafften die Platzherren durch Peter Jerrit den 2:3 Anschlusstreffer (57:55). Küsnacht setzte nun auf die Karte Alles – oder Nichts. Zehn Sekunden vor Schluss (59:50) Tohuwabohu vor Volkart. Das Tor flog weg, angeblich von Fabian Brockhage «absichtlich Verschoben». Der EIE-Verteidiger musste raus – kassierte einen Zweiter. Küsnacht bekam den reglementarisch vorgeschriebenen Strafstoss/Penalty (Verschieben des Tores in den letzten zwei Minuten) trotz heftiger Protest nicht zugesprochen. Der EIE rettete sich über die Zeit.

Quittung für undisziplinierten Auftritt…

Nun, Fehler Hin- oder Her. Hätte, Wenn und Aber. Küsnacht musste sich am Ende an der eigenen Nase nehmen, denn die Platzherren hatten zuvor währned 59:50 Minuten lang absolut nichts zu einem guten Match beigetragen und erhielten am Schluss wohl verdientermassen die Quittung für ihr eigenes undiszipliniertes Auftreten. Die Partie verlief für viele (EIE)-Zuschauer enttäuschend, denn Küsnacht steuerte wenig bis nichts zu einer attraktiven Meisterschaftspartie bei.

…aggressiver Körpereinsatz und destruktive Spielzerstörung…

Küsnacht und Illnau-Effretikon standen sich am 16. September im letzten Testspiel, der eigentlichen Saison-Hauptprobe, bereits in der KEK gegenüber. Der EIE gewann damals bereits mit 8:5 Toren – so wusste Küsnacht, dass man mit den eigenen spielerischen Mitteln diesen EIE kaum stoppen könne. So konzentrierte sich Küsnacht von Beginn weg auf eine körperbetonte Gangart und höchst destruktive Spielzerstörung. Fast logisch, dass die Einheimischen mit ihrem teils disziplinlosen Auftritt viele, am Ende insgesamt 14 (vier im ersten- sieben im zweiten- und drei im Schlussdrittel) ausgesprochene Zweier kassierte. «Genau das erwarteten wir», so Dieter Wieser. «Wir ahnten, dass das so rauskommen werde», aus diesem Grunde «haben wir freitags im Schlusstraining intensiv unser 5:4 Spiel geübt», wie der EIE-Headcoach bestätigte, denn «wir ahnten, dass Küsnacht so viele Zweier kassieren wird». Illnau-Effretikon erzielte dann «nur» zwei Powerplaytore. «Das Überzahlspiel im Training klappte bei uns freitags vorzüglich, heute im Spiel nicht wie erhofft». Und Wieser, wie er seine Mannschaft auf Küsnacht einstellte: «Wir kannten die ungefähre Spielweise des Gegners und rechneten damit, dass Küsnacht uns früh und aggressiv attackieren werde». Damit lag der EIE-Trainer genau richtig.

…fordert viel Geduld vom EIE

Von Illnau-Effretikon war diesmal erneut viel Geduld gefordert. Die Partie, von vielen Unterbrüchen und ständigen Strafen geprägt, kam zu keinem Zeitpunkt des Geschehens richtig in Schwung und absolut nie nur annähernd an den spielerischen Gehalt des letzten EIE-Cupspieles gegen Seewen heran. Diesbezüglich wieder wie Tag- und Nacht und man kann es schonungslos sagen: Küsnacht agierte weit schlechter als das bislang sieglose Chiasso, als letzter EIE-Gegner in der Meisterschaft.

Erstes Tor lange nach Halbzeit…

Im harzigen Beginn, das Startdrittel brachte letztlich keine Tore, erarbeitete sich Illnau-Effretikon bereits ein deutliches Chancenplus, ging allerdings mit seinen teils hochkarätigen Möglichkeiten etwas zu Legere um. Und schon die ersten Spielzüge deuteten es an, wie kompromisslos Küsnacht auf dem Feld den Gegner «abräumte». Dafür brachten zahlreiche der SCK-Spieler mit ihren überdurchschnittlichen Körpergrössen schon gewisse Vorteile mit sich. Erfreulich: Beim EIE stand der zuletzt krankheitsbedingt fehlende Carlo Fäh wieder im Einsatz und wirbelte auf seiner Stammposition in der ersten Linie an der Seite von Sommer/Korsch. Viele der EIE-Versuche landeten direkt auf Küsnacht-Keeper Wullschleger, welcher schon im ersten Drittel durch die Gäste warm geschossen wurde.

…EIE hält lange die Null

«Wir haben solid angefangen und überlegen gespielt», so Dieter Wieser. Der EIE-Trainer meinte weiter, dass «wir einfach schauen mussten, dass wir keine Breaks kassieren. Wir haben viel auf das gegnerische Tor geschossen, haute aber schlecht getroffen», Für wahr. Wieser aber gestand auch, dass «wir heute Defensiv gutstehen wollten und das haben wir letztlich auch geschafft». Illnau-Effretikon habe alles unternommen, «damit wir so lange wie möglich die Null halten konnten, denn das war für uns heute enorm wichtig», und zweitens habe der EIE schauen müssen, dass «wir dem doch mit einigen technisch starken Küsnacht nicht in einen Konter liefen».

Yves «Födi» Förderreuther lanciert den Match

Und die von Wieser angesprochen Null die stand über die Hälfte des Spieles hinweg, allerdings auch für Küsnacht, denn es dauerte 34 Minuten, bis dann endlich in der KEK der Tor-Bann gebrochen wurde. Bei Ausschluss von Jerrit Peter hämmerte Yves Förderreuther das Zuspiel von Justin Wieser im Powerplay von der rechten Seite aus den Puck schon fast frustriert ober der langen Tor-Baisse wuchtig und unhaltbar für Wullschleger unter den Netzhimmel. Zuvor, bei 27:56 und Ausschluss von Schilling gab es durch den Schiedsrichter für SCK-Captain Tim Oechsle eine lange Regelkunde auf dem Eis. Wie eng die ganze Sache um die 1:0 Führung des EIE war: Küsnacht kassierte erst besagten Ausschluss von Schilling, dann, einen dummen und sicher vermeidbaren weiteren Zweier durch Zimmermann. Küsnacht musste während 63 Sekunden zu dritt gegen den EIE spielen. In dieser Phase verpassten Fäh und der stark aufspielende Verteidiger Yves Brasser. Küsnacht konnte durch Marc Wüst gar einen schnellen Konter in Unterzahl fahren, doch Volkart liess sich nicht überraschen. Dann, eben beim weiteren Aus von Jeritt besagte 1:0 Führung des EIE (33:33).

…und erhöht auf 2:0

38 Sekunden nach Beginn im Schlussdrittel fiel das 2:0 aus Sicht des EIE. Yves Förderreuther lenkte die Vorlage von Yves Brasser noch entscheidend ab. Was folgte war die gewohnte Antwort des SC Küsnacht in Form eines noch immer riskant hohen und aggressiven Körperspieles. Folge: Nicolay Vanja und Captain Oechsle wanderten innerhalb von 15 Sekunden gemeinsam auf die Bank, derweil zuvor Müller, Korsch und Sommer mit der Realisierung des dritten Tores gemeinsam scheiterten. Und im abermaligen 5:3 Überzahlspiel des EIE reüssierten Sommer/Fäh und Korsch nicht. Alle drei zogen ihre Schüsse voll auf Wullschleger. In dieser Phase wurde Illnau-Effertikon dann mit einer 2:1 Spielersituation überlaufen, allerdings ohne Schaden, denn Küsnachts Chancenauswertung liess ebenfalls zu wünschen übrig.

EIE kassiert Shorthander und Powerplaytreffer

Wer die Tore nicht macht, kriegt sie. Die alte Binsenwahrheit bestätigte sich in der KEK. Illnau-Effretikon liess zahlreiche Hochkaräter generös verstreichen, lief dann, bei Ausschluss von Oechsle dem Gegner in einen klassischen Konter und kassierte per Shorthander den 1:2 Anschlusstreffer, welcher nochmals für viel Hektik in der Schlussphase sorgen sollte. Zwar glückte Illnau-Effretikon durch Lorenz Kuhn zehn Minuten vor Schluss der erneute Zweitore-Vorsprung (Vorlage wieder Brasser/Nicola Gretler), doch schaffte Küsnacht am Ende bereits erwähnten 2:3 Anschluss per Powerplay (Ausschluss Müller). Und hätten die Unparteiischen dem SCK den Penalty wegen des verschobenen Tores wirklich zugesprochen? Nun – da wäre ja auch noch Dennis Volkart im Tor gestanden und hätte diesen Strafstoss sicher gehalten.

Solide Kollektivleistung

Wegen seiner eigene Undiszipliniertheit – Küsnacht kassierte 14 Strafen und spielte folglich die Hälfte es Spieles mit einem Mann weniger – hat der SCK wohl dieses Spiel aus Eigenverschulden verloren. Es ist wohl höchst billig, nun die Schuld bei den Unparteiischen zu suchen. «Wir haben eine solide Kollektivleistung gezeigt», freute sich Dieter Wieser «und hätten wir heute um eine Spur noch das effizientere Überzahlspiel gezeigt, hätten wir wohl höher gewinnen und das Spiel früher klarer entscheiden können». Wieser rechnet aber damit, dass «wir in den kommenden Partien noch einige solcher Spiele sehen könnten». Dass seine Truppe am Ende noch ins Zittern kam, fand Wieser «unnötig».

Nun wieder gegen Seewen

Am kommenden Samstag starten die Zweitligisten die zweite Saisonhälfte. Die erste Partie der Rückrunde bringt Illnau-Effretikon das erneute Spiel gegen Seewen. Diesmal ist es aber nicht die MySports-League-Truppe von Seewen 1, sondern deren zweite Mannschaft. Der Liga-Neuling unterlag zum Vorrunden-Abschluss im Heimspiel den Reservisten der GDT Bellinzona knapp mit 2:3 und liegt momentan unter dem Strich in der Tabelle auf dem neunten Zwischenrang (9 Spiele/3 Punkte). Wäre nach der ersten Meisterschaftsrunde Schluss und ginge es jetzt in die Playoff-Runde, würde Illnau-Effretikon als Tabellenzweiter der Gruppe 1 auf den siebtplatzierten der Gruppe 2 - St. Gallen – treffen. Doch noch sind weitere neun Spiele auf dem Programm. Bis die Gruppenspiele am 10. Februar 2018 abgeschlossen sind, kann also in beiden Gruppen noch einiges passieren. Das Spiel vom kommenden Samstag auswärts in Seewen wird in der Eishalle Zingel um 20:15 Uhr ausgetragen.

Küsnacht – Illnau-Effretikon 2:3 (0:0, 0:1, 2:2).- KEK (Küsnacht).- 95 Zuschauer.- SR: Beat Mattli/Richard Leberda.- Tore: 34. Förderreuther (Wieser, Ausschluss Peter) 0:1. 41. Förderreuther (Brasser) 0:2. 48. Bischof (Von Känel, Shorthander, eigener Ausschluss Oechsle) 1:2. 51. Lorenz Kuhn (Brasser, Nicola Gretler, Ausschluss Von Känel) 1:3. 57:55 Peter (Wehrle, Ausschluss Müller) 2:3.- Küsnacht: Wullschleger (Mader); Weber, Peter; Schilling, Nicolay; Leutwyler, Trieb; Kunz, Gander, Oechsle; Von Känel, Bischof, Mokry; Wüst, Wehrle, Altmann; Zimmermann, Schärer.- Illnau-Effretikon: Volkart (Stücheli); Beltrame, Brockhage; Gabriel Gretler, Brasser; Christoph Weinhart, Nicola Gretler; Mirco Weinhart, Giacomelli; Sommer, Korsch, Fäh, Müller, Förderreuther, Wieser; Lorenz Kuhn, Hofer, Lionel Kuhn.- Strafen: Küsnacht 14-Mal Zwei-Minuten; Illnau-Effretikon 7-Mal Zwei Minuten.- Bemerkungen: Illnau-Effretikon ohne Andersen, Cristelotti, Vögeli (alle verletzt), Wimber (krank); Frei (Militär).- 23.30 Pfosten/Lattenschuss Korsch.- 51:37 Time-Out Küsnacht; 58:38 Küsnacht Keeper Wullschlegler aus dem Tor, für weiteren Feldspieler.- 59:03 Wullschlegler wieder im Tor; 59:40 Wullschlegler wieder vom Feld.- 59:50 EIE-Verteidiger Fabian Brockhage kassiert Zwei-Minuten-Ausschluss für «angebliches absichtliches Tor-Verschieben/Kein Penalty!?)

 


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