Spielbericht 1. Mannschaft, Sa. 10.10.2009 17:30 gegen EHC St. Gallen

1. Mannschaft, Sa 10.10.2009 17:30 gegen EHC St. Gallen, Feld: St. Gallen

Eishockey: Meisterschaft 2. Liga, Gruppe 2: St. Gallen – Illnau-Effretikon 0:5 (0:0; 0:3; 0:2)

Frutigers Shutout beim Schlusslicht St. Gallen

Rasse vor Klasse. Illnau-Effretikon wurde im zweiten Auswärtsspiel in Folge hart gefordert. Schlusslicht St. Gallen versuchte mit aggressivem Auftritt und forciertem Zweikampfverhalten den EIE aus dem Konzept zu bringen. Mit zunehmender Spielweise setzten sich die routinierteren Gäste durch und gewannen 5:0 (0:0, 3:0, 2:0). Matchwinner war EIE-Keeper Christian Frutiger, welcher in der OLMA-Stadt zu seinem ersten Shutout kam.

Heinz Minder, St. Gallen

Von der Konstellation her konnte es bereits vor Spielbeginn nur einen Sieger geben. Illnau-Effretikon. Das Kader von Dieter Wieser hat auf diese Saison hin merklich an Substanz und Routine gewonnen. Hier konnten die Gastgeber nicht mithalten. St. Gallen, ein Hockeyverein mit grosser Tradition, langer und höchst bewegter Geschichte und noch mehr Hoch und Tiefs, ist zurück in der Zweitliga. Dort, wo Illnau-Effretikon und St. Gallen in jüngster Vergangenheit einander bereits des Öftern gegenüber standen. 2005 gings bei beiden Vereinen um den Einzug in den Playoff Halbfinal. Der EIE verlor sein Heimspiel im Eselriet 4:6, gewann das Auswärtsspiel, das damals in Herisau ausgetragen werden musste, weil im Lerchenfeld die Eishalle am Entstehen war. Im Appenzellerland gewann der EIE 5:1 und holte sich ein drittes Playoffspiel. Dieses entschieden die Zürcher Oberländer in Wetzikon nach Verlängerung (3:2), scheiterten dann im Halbfinal an Arosa. 2006 und in der Saison 2007/08 gewann der EIE alle vier Partien gegen St. Gallen, zuletzt das Auswärtsspiel im Lerchenfeld mit 10:1. Da stand der für fast 24 Millionen erstellte Betonklotz bereits und wurde 2005 mit Eiskunstlauf-Weltmeister Stéphane Lambiel und Schweizer Meisterin Sarah Meier am 3./4. September offiziell eingeweiht. Trotz orbitanten Baukosten schafften die St. Galler ein Unikat. Das Spielfeld geriet zu klein. Planungsfehler, oder einfach dumm gelaufen.

St. Gallens-Spielertrainer Enzo Pinelli (früher Herisau), versuchte sein Glück damit, Illnau-Effretikon mit konsequentem, aggressivem Forechecking und forciertem Zweikampfverhalten unter Druck zu setzten. Die unbequeme Gangart behagte den Zürchern nicht. St. Gallen spielte von Beginn weg knallhart auf den Mann. Das hatte zur Folge, dass die beiden Schiedsrichter Tury Wagner und Stefan Blatti viele (teils auch zwiespältige) Strafen aussprachen. Bereits nach 35 Sekunden Spielzeit wurde EIE-Verteidiger Orlando Fusco als erster Spieler in die Kühlboxe geschickt. Apropos Fusco. Weil sich Stefan Dinkel im Training einen Fingerbruch zu zog, musste Dieter Wieser gegenüber der Startrundenpartie vor Wochenfrist in Widnau (1:2 Niederlage gegen SC Rheintal), seine Formation leicht umstellen. Fusco rückte als erster Back vor an die Seite von Ralph Meier. Und zum Namen Meier gab es eine weitere Umstellung zu vermelden. Torhüter Steve Meier musste am vergangenen Samstag gegen Rheintal nach zwei Drittel infolge Leistenverletzung vorzeitig vom Feld. Gegen St. Gallen stand Christian Frutiger zwischen den Pfosten. Erfreuliches Fazit: Dieter Wieser und seine Leute können in dieser Saison auf die Leistungen von zwei ausgezeichneten Torhüter zählen und bauen. Frutiger spielte stark und holte sich in der OLMA-Stadt den ersten Shutout in dieser Saison.

Geändert hat Dieter Wieser in St. Gallen auch seine zweite Offensivlinie. Im Unterschied zu Rheintal war in St. Gallen nun Polizist Ronnie Leuthold mit Patrick Lamprecht und Christian Koster Center dieser Linie. Der aggressive, teils aber auch etwas kopflose Ansturm St. Gallens überraschte die Gäste etwas. Die Platzherren forcierten ab Beginn ihr intensives Zweikampfverhalten. St. Gallens Taktik war mehrheitlich auf gegnerische Spielzerstörung ausgerichtet. So bekam man in diesem Treffen wenig konstruktives Kombinationsspiel zu sehen. Als die Kräftereserven der Einheimischen, bedingt durch die EIE-Tempoverschärfung ab Mitteldrittel langsam am Anschlag waren, hatten die Zürcher Oberländer teils mehr Möglichkeiten über die Flügelpositionen. Bei St. Gallen blieb an diesem Tag und im zweiten Heimspiel in folge, vieles Stückwerk. Mit vielen Einzelaktionen hofften die Ostschweizer (vergeblich) auf einen Exploit.

Das Startdrittel verlief etwas hektisch und war geprägt vom Spiel Mann gegen Mann. St. Gallen schien bestrebt, die EIE-Schlüsselspieler neutralisieren zu wollen. Eine kräfteraubende und letztlich unlösbare Aufgabenstellung. Nach 15 Minuten unterbrach die Sirene das Spiel. Die Matchuhr war falsch programmiert worden. In den Drittelspausen war Stille im Betonklotz. Dafür gab’s Musik teils während das Spiel lief. Tore gab es im Startdrittel hingegen keine. Chancen dazu waren beidseits vorhanden. Schiedsrichter Stefan Blatti schien phasenweise leicht überfordert. Ungeahndet war der hohe Stock direkt in das Gesicht von Marcel Sommer, dem späteren zweifachen EIE-Torschützen. Unverständlich jene Aktion der 14. Minute, denn Blatti stand drei Meter neben dem Stockschlag gegen Sommer, verteilte dafür im weiteren Verlauf einige diskussionswürdige Ausschlüsse.

St. Gallen handelte sich zu Beginn des Mitteldrittels zwei Strafen ein, nachdem der Heimklub den mittleren Abschnitt bei Ausschluss von Kevin Golob während 21 Sekunden in Überzahl in Angriff nehmen konnte. Marcel Sommer prüfte Kevin Stalder. St. Gallens Keeper war im vierten Powerplay (Ausschluss Mirco Steiner) machtlos. Roman Hardmeier setzte die Scheibe ab der blauen Linie zentimeter genau in das rechte Toreck (24.). Illnau-Effretikon kam jetzt stärker auf. Captain Bruno Hollenstein scheiterte an Stalder. Auf der anderen Seite verhinderte Christian Frutiger mit guten Paraden sämtliche gegnerischen Versuche.

Die Mannschaft von Spielertrainer Enzo Pinelli vergab in der 28. Minute die Chance zum Ausgleich. Während 104 Sekunden konnte St. Gallen erstmals mit doppelter Überzahl aufspielen. Hardmeier und Hollenstein sassen gemeinsam auf der Strafbank. Destruktiv verlief das Powerplay der Platzherren, welche mit dem Ausschluss von Daniel Knecht gleich nochmals eine Chance zum 5:3 Powerplay bekamen. Hollenstein, direkt von der Bank kommend, verpasste das 2:0, ebenso Kevin Golob. Dann wurde eine weitere Strafe gegen Illnau-Effretikon verhängt. Raus musste diesmal Ralph Meier. Ab der 27. Minute spielte der EIE immer mit mindestens einem Mann weniger. Mit einem Gewaltschuss aus vollem Lauf und für Stalder erneut unhaltbar, besorgte Patrick Sommer in der 33. Minute das 2:0 (Assist Cédric Wiederkehr). Mit dem zweiten Gegentreffer brach das taktische Konzept der St. Gallen vorzeitig auseinander. Coach Roman Nydegger nahm sein frühes Time-out (33:42) und der EIE setzte in diesem Drittel durch Marcel Sommer noch den dritten Treffer drauf. Der ex-Winterthurer Topskorer gewann einen Zweikampf mit seinem Gegenspieler, legte sich den Puck zurecht und reüssierte eiskalt.

St. Gallens spielerische Möglichkeiten waren deutlich limitiert. Der Wille aber war vorhanden, die Chancenauswertung schlecht. Gegen den Einschussversuch von Daniel Knecht wehrte Feldspieler Pascal Mösli für seinen bereits geschlagenen Torhüter Kevin Stalder vor dem verlassenen Tor. Mösli lancierte einen Sololauf über das gesamte Feld und scheiterte an Frutiger. Im direkten Gegenzug konnte dann Koster Stalder ebenfalls nicht bezwingen. Bei den St. Gallern machten sich im Schlussdrittel konditionelle Probleme bemerkbar. Patrick Dönni schien längst ausgepowert und vergab vor Frutiger einige Chancen. Zehn Minuten vor Schluss brannte es vor Frutiger kurz lichterloh. Mit vereinten Kräften verhinderten die Gäste den ersten Treffer der Platzherren. Nach katastrophalem Puckverlust von Philipp Ronner, der die Kraft für den Zweikampf auch nicht mehr hatte, zog das EIE-Duo Golob/Sommer auf und davon. Marcel Sommer erhöhte mit seinem zweiten Treffer in Folge zum 4:0 Zwischenstand (57.). Gegen Enzo Pinelli zeigte EIE-Keeper Christian Frutiger eine bestechende Fanghandabwehr und verhinderte den Ehrentreffer durch den St. Galler-Spielertrainer (57:21). Dafür setzte Illnau-Effretikon im unterhaltsamen Treffen den Schlusspunkt durch Michael Grösser. Der Heimklub wählte nach Spielschluss Pascal Mösli zum besten Akteur der St. Gallen und Karl-Oskar Nicolai zum stärksten EIE-Spieler. Verdient hätte sich wohl diese Auszeichnung Christian Frutiger für seinen ersten Shutout in der noch jungen Saison.

Illnau-Effretikon muss im dritten Auswärtsspiel in Folge in einer Woche bei Kreuzlingen-Kostanz antreten. Das Spiel auf dem offenen Feld in Kreuzlingen wird um 20 Uhr angepfiffen. Kreuzlingen verlor sein erstes Heimspiel gegen Club da hockey Engiadina mit 3:5, bezwang samstags im zweiten Heimspiel in Folge Lenzerheide-Valbella mit 5:1. Samstags kommt es nun in Kreuzlingen zum Duell der Tabellennachbarn. Kreuzlingen-Konstanz (8:6) liegt nach der zweiten Runde punktegleich mit Illnau-Effretikon (6:2) auf dem fünften Tabellenplatz.

St. Gallen – Illnau-Effretikon 0:5 (0:0; 0:3; 0:2).- Eishalle Lerchenfeld (St. Gallen).- 75 Zuschauer.- SR: Tury Wagner/Stefan Blatti.- Tore: 24. Hardmeier (Hangartner/Nicolai, Ausschluss Steiner) 0:1. 33. Patrick Sommer (Wiederkehr, Ausschluss Heil) 0:2. 38. Marcel Sommer 0:3. 57. Marcel Sommer (Golob/Röder) 0:4. 59:18 Grösser (Röder/Hardmeier, Ausschluss Ueltschi) 0:5.- St. Gallen: Kevin Stadler; Mösli, Ronner; Bock, Ueltschi; Balmer, Fuchs; Pinelli, Dönni, Steiner; Schaub, Banas, Heil; Maic Stadler, Jeitziner, Riederer.- Illnau-Effretikon: Christian Frutiger; Fusco, Ralph Meier; Brockhage, Patrick Sommer; Hangartner, Hardmeier; Röder, Golob, Marcel Sommer; Lamprecht, Leuthold, Koster; Hollenstein, Nicolai, Grösser; Wiederkehr, Knecht.- Strafen: St. Gallen 8x2 Minuten, Illnau-Effretikon 12x2 Minuten.- Bemerkungen: EIE ohne Verteidiger Stefan Dinkel (Fingerbruch, im Training).- 15:00 Unterbruch weil Uhr falsch eingestellt; 33:42 Time-out St. Gallen.- Nach Spielschluss gekürt als beste Spieler: Pascal Mösli (St. Gallen); Karl-Oskar Nicolai (EIE).


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