Vom EIE-Spieler zum Trainer – zur Legende

Der EHC Illnau-Effretikon (EIE) ist auf Trainersuche. Dieter Wieser - der Arno Del Curto vom Zürcher Oberland - hat den Vorstand vor Weihnacht darüber informiert, dass er seinen Vertrag per Ende Saison 2018/19 beenden wird. Es ist Wiesers dritter Rücktritt im Eselriet. Ende 2005/06 trat er nach seinen ersten vier Jahren als EIE-Trainer zurück, gab auf die Saison 2008/08 ein erstes (dreijähriges) Comeback und trat Ende 2010/11 zum zweiten Mal zurück. Auf die Saison 2012/13 übernahm er beim EIE anstelle von Stefan Kellenberger die erste Mannschaft zum dritten Mal. Nun nach weiteren sechs Wintern soll erneut Schluss sein. Wieser möchte «meinen Hobbys nachgehen und auch meine Ferienpläne mal in den Herbst verlegen können».

Bericht: Heinz Minder, Illnau

EIE-Sportchef Mike Häbig informierte gleich nach Schluss des letzten EIE-Heimspieles am Samstag, 22. Dezember 2018 darüber, dass «Dieter Wieser uns vom Vorstand bereits darüber in Kenntnis setzte, dass er seinen Vertrag nicht mehr verlängern wird und per Ende Saison 2018/19 seinen Posten als EIE-Headcoach abgeben wird». Der EIE-Vorstand habe daraufhin mittwochs vor dem 14. Meisterschaftsspiel gegen Kreuzlingen-Konstanz die Mannschaft über Wiesers Entscheid informiert. Mike Häbig bestätigte, dass «wir traditionell vor Weihnacht in einer ersten Runde auch bereits mit jedem Spieler gesprochen haben». Der EIE-Sportchef weiter: «Ich möchte Giorgio Giacomelli, Wiesers diesjährigen Assistenz-Trainer unter allen Umständen behalten». Wer Nachfolger von Dieter Wieser beim EIE wird, konnte Mike Häbig zwei Tage vor Weihnacht noch nicht sagen. «Es hängt momentan vieles bei uns zusammen. Wir werden auch mal darüber entscheiden müssen, wie wir den Abgang von Daniel Wegmann (trat nach fünf Jahren als EIE-Nachwuchschef am 3. November ebenfalls per Ende Saison 2018/19 zurück), kompensieren, oder neu belegen». Der EHC Illnau-Effretikon (EIE) investierte bereits im Sommer weiter in seine sportliche Vereins-Infrastruktur und trug damit dem grossen Wandel in seiner Nachwuchsabteilung Rechnung. Mit Beginn 1. Juni verpflichtete der Verein vom Eselriet in der Person von Lubos Konak einen vollamtlichen Nachwuchstrainer. „Wir müssen nach der Festtagspause darüber entscheiden, in welche Richtung es personell bei uns weiter geht“, so Mike Häbig. „Sämtliche Optionen liegen auf dem Tisch“.

 

Sportchef Mike Häbig (mitte) mit dem Trainerstab der 1. Mannschaft Wieser / Giacomelli

 

Nach insgesamt 13 Jahren soll Schluss sein

Für Dieter Wieser wird 2018/19 somit seine insgesamt 13. und (vorläufig?) letzte Saison als EIE-Trainer. Er geht damit als amtslängster EIE-Trainer in die Geschichte, trainierte er die erste EIE-Aktivmannschaften wenn auch mit zwei Unterbrüchen. Wieser setzte in Effretikon die lange Tradition jener ehemaligen Fanionspieler fort, die im Anschluss an ihre Aktivlaufbahn die Verantwortung der ersten Mannschaft übernahmen. Als EIE-Nachwuchsspieler schaffte er als 17jähriger den Sprung in das EIE-Fanionteam, das damals in der Saison 1978/79 noch in der Erstliga spielte. Später wechselte der schnelle Flügelspieler zu GC, dann zu Wil. Auf die Saison 2002/03 kehrte Dieter Wieser, nachdem er in Wallisellen seine Trainerlaufbahn startete, zu Illnau-Effretikon zurück. Gleich im ersten Jahr führte er Illnau-Effretikon zum Titel des Zweitliga-Regionalmeister Ostschweiz (freiwilliger Verzicht auf Aufstieg in Erstliga zu Gunsten des EHC St. Moritz). Ab 2003/04 bis 2005/06 assistierte ihm dann während dreier Jahre Urs Wegmann. Am 10. Dezember 2005 erklärte Wieser nach dem gewonnenen Auswärtsspiel in Sursee (6:1), dass er Ende Saison die Teamführung abgeben werde. Das Duo Urs Wegmann/Christian Sigrist übernahm, Wegmann erklärte in seinem zweiten Jahr als Trainer am 6. November 2007 nach sechs Niederlagen in sechs Spielen seinen Rücktritt. Sigrist übernahm die Teamführung. Am 22. Dezember gleichen Jahres und nach dem 6:3 Heimsieg des EIE über Kreuzlingen-Konstanz, bestätigte dann Christoph Müller in seiner Funktion als Präsident des Vereines, dass Wieser, der die letzten zwei Jahre Assistenztrainer beim Erstligist Dübendorf war, zum EIE zurückkehren würde.

Erstes Comeback 2008/09 nach Assistenz-Posten in Dübendorf

Dieter Wieser nahm sein zweites Engagement beim EHC Illnau-Effretikon (EIE) ab Saison 2008/09 mit Werner Pfister als Assistenztrainer in Angriff. Ende seines zweiten Jahres verkündete Pfister dann seinen Rücktritt, worauf Dieter Wieser mit Michel Zimmermann einen neuen Assistenten für die Saison 2010/11 bekam. Im dritten Jahr nach seiner Rückkehr aufs Eselriet gab Dieter Wieser auf Ende Saison 2010/11 zum zweiten Mal seinen Rücktritt als EIE-Trainer bekannt. Legendär und wohl allen Beteiligten immer in Erinnerung bleiben wird der 5. März 2011. Der EIE bestritt den 2. Liga-Playoff-Halbfinal gegen den haushohen Gruppenfavorit Chur Capricorns. In Chur erlebten die Zürcher Oberländer ein Debakel besonderen Ausmasses. Der EIE verlor die erste Halbfinalpartie gleich mit 0:17. Nach einem 0:4 Rückstand kam es im Mitteldrittel faustdick als Illnau-Effretikon gleich zwölf weitere Gegentreffer einstecken musste, drei davon innerhalb von nur 33 Sekunden. Wiesers damaliger Nachfolger Michel Zimmermann, scheiterte mit dem EIE und erklärte nach der 2:3 Auswärtsniederlage bei Kreuzlingen-Konstanz am 9. Januar 2012 seinen Rücktritt. Wieder übernahm Christian Sigrist als Notnagel, Urs Wegmann als Assistent blieb. Auf Sigrist folgte bei Illnau-Effretikon für die Saison 2012/13 mit Stefan Kellenberger (wie Pfister, Wegmann und Sigrist) ebenfalls ein langjähriger EIE-Aktivspieler auf dem Posten des Headcoachs.

2013/14: Zweites Wieser-Comeback

Nach zwei Jahren Pause gab Dieter Wieser 2013/14 sein zweites Comeback als Trainer und bekam mit Urs Wegmann wiederum einen treuen und für ihn bestens bekannten Assistenten. Das Duo Wieser/Wegmann führte den Zürcher Oberländer Zweitligist nun fünf Jahre lang gemeinsam. In den letzten fünf Jahren unter Dieter Wieser sicherte sich der EIE vier Mal direkt hinter Gruppensieger Dürnten Vikings den zweiten Schlussrang. 2013/14 wurde der EIE dritter hinter Wetzikon und Dürnten, schied im damaligen Playoff-Viertelfinal mit 1:3 gegen Prättigau-Herrschaft aus. Ein Jahr später, von personellen Problemen geplagt, schied der mit Senioren «verstärkte» EIE im Playoff-Achtelfinal mit 0:3 gegen Wallisellen aus und 2014/15 kam für die Zürcher Oberländer ebenfalls im Achtelfinal das Playoff-Aus mit 2:3 gegen St. Moritz. 2015/16 überstand Illnau-Effretikon die erste Runde im Playoff-Achtelfinal mit 3:1 Siegen über Wallisellen, scheiterte dann im Viertelfinal mit 1:3 an Rheintal. Ende letzter Saison 2017/18 gab Urs Wegmann, ebenfalls langjähriges Kadermitglied des EHC Illnau-Effretikon, nach insgesamt acht Jahren als Assistent und eineinhalb Jahren als EIE-Headcoach (2006/07-2007/08) sein Rücktritt als Wiesers-Assistent. Nachfolger wurde für die laufende Saison mit Giorgio Giacomelli ebenfalls ein einstiger EIE-Aktivspieler.

Aufwand ist sehr gross – es braucht Energie und Präsenz auf- und neben dem Eis

Dieter Wieser zum Grund seines Rücktrittes: «Eigentlich war das schon bei der Zusage für dieses Jahr abgesprochen, dass dies meine letzte Saison ist». Der scheidende EIE-Headcoach, der damit zur EIE-Legende wird: «Damit der Verein auch wirklich planen konnte, habe ich dem EIE-Vorstand meinen Entscheid anfangs November nochmals mitgeteilt». Dieter Wieser glaubt, die Zeit zum Abschied sei gekommen. «Es ist Zeit, Schluss zu machen. Der Aufwand ist sehr gross und es braucht stets Energie und Präsenz auf- und neben dem Eis». Wieser begründet sein Bedürfnis «auf mehr Zeit für mich und mein privates Umfeld ist gestiegen. Sicher werde ich gewisse Dinge vermissen und trotzdem freue ich mich auf die kommende Zeit ohne Verpflichtungen». Abschliessend freut sich Dieter Wieser «meinen anderen Hobbys nachgehen zu können und auch mal Ferienpläne in den Herbst verlegen zu können».

 


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